Kastrationstrauma beim Islandpferd
Fasziale Zusammenhänge erkennen, vegetative Narbenzüge verstehen & die Bewegung harmonisieren
Warum wirkt der Wallach im Tölt fest im Becken, klemmig oder reagiert sensibel auf Berührungen an der Flanke – obwohl der osteopathische Befund unauffällig bleibt? Warum zeigen manche Islandwallache selbst Jahre nach dem Eingriff noch diffuse Rittigkeitsprobleme, Verhaltensänderungen oder funktionelle Blockaden im Bewegungsablauf?
Die Kastration gilt in der Pferdewelt als routinemäßiger Standardeingriff. Doch was äußerlich als verheilte, reizlose Narbe erscheint, kann im feinsinnigen Organismus des Islandpferdes tiefgreifende funktionelle Spuren hinterlassen:
Das fasziale Spannungsnetz: Wie Mikrozüge im Narbengewebe über die ventrale Faszienkette die Biomechanik beeinflussen, das Iliosakralgelenk (ISG) belasten und das taktreine Durchschwingen der Hinterhand im Tölt und Pass beeinträchtigen können.
Das vegetative Nervensystem: Warum der operative Gewebereiz zu Irritationen des autonomen Nervensystems führen kann und wie reflektorische Verschaltungen den Tonus innerer Organsysteme widerspiegeln.
Der endokrine Wandel: Welche physiologischen Anpassungen der veränderte Hormonstatus für den rassespezifischen Stoffwechsel mit sich bringt und wie Leber sowie Bindegewebe gezielt ernährt werden können.
Dieses Buch beleuchtet die oft übersehenen anatomischen, faszialen und metabolischen Zusammenhänge nach einer Kastration. Es vermittelt Therapeuten und engagierten Pferdehaltern fundiertes Hintergrundwissen und zeigt ganzheitliche Lösungsansätze auf – von manuellen Faszienimpulsen über die Pflege von Narbenarealen bis hin zur bedarfsgerechten Nährstoffunterstützung.
Ein praxisnaher Leitfaden für alle, die ihren Islandwallach besser verstehen, funktionelle Blockaden an der Ursache erfassen und die natürliche Bewegungsfreude nachhaltig fördern möchten.